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Langweilige Landschaften fotografieren

  • Autorenbild: Christian Windeck
    Christian Windeck
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

In den Kommentaren meines YouTube-Kanals werde ich ab und an gefragt, ob ich das mit meiner Landschaftsfotografie ernst meine: Keine Berge, kein Meer, meist noch nicht mal ein See. Spektakulär, das gebe ich gerne zu, ist das selten. Aber: Ich wohne halt nicht im Allgäu oder am Timmendorfer Strand und muss mich - wenn ich nicht stundenlang fahren will - mit dem begnügen, was mir die Voreifel bietet. Hinzu kommt, dass es mich irgendwann langweilt, immer wieder dieselben Szenerien zu knipsen. Die Highlights sind schnell abgegrast, alles, was danach kommt, ist "logischerweise" objektiv betrachtet weniger interessant. Das hindert mich aber nicht daran, dort zu fotografieren.


Wie zum Beispiel in der Schavener Heide bei Mechernich im Kreis Euskirchen im äußersten Süden von NRW. Die Schavener Heide ist ein Truppenübungsplatz der Bundeswehr - am Wochenende für Wanderer und Fahrradfahrer geöffnet. Ich habe sie entdeckt, als ich morgens im Auto saß und in Google Maps gecheckt habe, wo es denn hingehen kann. Das Highlight: zwei vor sich hin rostende alte Panzer. Die Aussicht darauf hat mir schon gereicht und los ging es.


Und es sollte sich lohnen: Neben der Schavener Heide selbst entdeckte ich direkt nebenan einen Lost Place und auf dem Heimweg ein "Field of Gold", das mich schwer an das Kornfeld im "Gladiator"-Kinofilm erinnert hat.


Hinweis: Alle Fotos dieses Trips - die guten und die weniger spannenden - findet Ihr weiter unten in drei Galerien.


Auf dem Weg dorthin: Das zivile Pendant zu den Panzern, ein verlassener Golf, der ohne Nummernschilder und mit Absperrband verziert direkt an einem Kreisverkehr in der Landschaft herumstand.



Um 5:45 Uhr an einem Sonntagmorgen kann man kurz rechts ranfahren und so etwas aus dem Fenster fotografieren. Bei der Gelegenheit habe ich direkt auch meinen kleinen Jeep porträtiert. Das Licht war ein Traum.



Der Truppenübungsplatz Schavener Heide


Einen Parkplatz findet Ihr direkt am Zugang zur Heide. Von dort aus geht es eine knappe halbe Stunde leicht bergauf bis zu einem großen Feld, auf dem ihr die Panzer findet. Bis dahin gibt es wenig Spannendes. Ich hatte Glück, dass die aufgehende Sonne tief stehend durch den Wald schien, was ich mit meiner Fuji X100VI (35mm Vollformat-Äquivalent) so gut es ging einfing.





Eine eher unspektakuläre Landschaft, aber tolles Licht


Ich bin mit niedrigen Ansprüchen gesegnet – bezogen auf das Setting meiner Fotowalks. Außerdem bin ich ziemlich neugierig. Beides zusammen genommen reicht, um an solchen Spots ein bisschen was mitzunehmen – vor allem, wenn dann auch noch das Licht stimmt. Hier findet ihr alle Motive, die ich in der Schavener Heide geknipst habe (bedenkt bitte, dass ich sie nicht komplett abgelaufen bin, also dort sicher noch mehr geht).




Nur 200 Meter weiter - ein hübscher, aber leider alarmgesicherter Lost Place


Ich hatte die verlassene Fabrik schon auf der Zufahrt zu Heide gesehen und habe ihr im Anschluss an meinen Heide-Walk noch einen kurzen Besuch abgestattet. Ich wäre für mehr als das bereit gewesen, aber als ich mich dem Gebäude mit den eingeschlagenen Fenstern näherte, heulte eine Alarmanlage los. Da habe ich mich dann lieber etwas zurückgezogen. Für ein paar Fotos hat es dennoch gereicht.




Euskirchener "Field of Gold"


Eine Vollbremsung war es nicht ganz - aber fast. Im Licht des Sonnenaufgangs wirkte das Kornfeld auf halbem Weg von Satzvey nach Euskirchen fast surreal. Einfach wunderschön. Die Mohnblumen waren das i-Tüpfelchen auf der Torte.



Fazit: War die Landschaft wirklich so langweilig?


Für den geneigten Alpinisten? Ja, mit Sicherheit. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem, und wenn ich jetzt - sagen wir mal - vier Fotos herausgreifen und daraus eine kleine Serie machen müsste, dann würde ich nicht lange fackeln. Ich weiß nicht, ob ein "Über-Foto" dabei ist, aber in Kombination miteinander kann man auch aus solchen Fotoausflügen eine nette kleine Highlight-Serie formen.


Das hier wären im konkreten Fall meine Favoriten:


Kamera: Fujifilm X100VI Objektiv: 23mm f/2.0 (APS-C, entspricht 35mm Festbrennweitenäquivalent, fest integriert)

 
 
 

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