Ein fotografischer Homerun? Die Bonn Capitals auf schwarz-weiß Film
- Christian Windeck
- vor 4 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Baseball ist ja so gar nicht meins. Es dauert ewig während wenig bis gar nichts passiert. Dachte ich. Bis meine Frau und ich bei einem sonntäglichen Ausflug zu einem Baseballspiel der Bonn Capitals in der Bonner Rheinaue landeten und dort Martin kennenlernten. Martin ist - ganz objektiv betrachtet - ein cooler Typ, Hals über Kopf ins Musik- und Eventbusiness verstrickt und hat viele Jahre in den USA gelebt. Das in Kombination mit der Tatsache, dass er mit einer Engelsgeduld alle unsere Baseballfachlichen Anfängerfragen beantwortet hat, war für uns ein Glücksfall. Danke Martin! Jetzt verstehen wir das Spiel zumindest in Grundzügen und ich kann meine "Baseballcaps" (also die mit MLB-Teams drauf) etwas selbstbewusster tragen.
Hier mal ein seitlicher Schnappschuss von Martin, damit Ihr einen Eindruck bekommt. Fotografiert mit dem Nikkor 20mm 3.5 Ai-S an meiner Nikon FA auf Kentmere Pan 200 Kleinbildfilm.

Familiärer als beim Baseball in der Rheinaue geht's kaum
Ein Spiel bei den Capitals zu besuchen, ist so ziemlich das komplette Gegenteil von dem Besuch eines Spiels der Fußball-Bundesliga. Parkplätze in der Plittersdorfer Siedlung sind kein Problem, die Zuschauerzahl, lass es mal 200 gewesen sein, ist überschaubar und die Stimmung eher wie einem Familienfest. Toxische Männlichkeit, das wollte ich schon immer mal in die Tasten tippen, sucht man hier jedenfalls vergeblich. So tat die Niederlage der Capitals gegen Regensburg auch nur den eingesfleischesten Fans wirklich weh - was allerdings auch an dieser neuen Zwischenrundenregelung liegen könnte - die selbst Martin noch nicht so richtig verstanden hatte.
Das Ganze ist so familiär, dass man auch sein eigenes Mobiliar mitbringt. Wie dieses Pärchen hier, das Klappstuhltechnisch definitiv in der Champions-League spielt.

Der Kollege sah in diesem Setting so wunderbar amerikanisch aus, da musste ich einfach nochmal ins Detail gehen und fühlte mich dabei 1:1 in den Mittleren Westen zu einem unserer US-Wohnmobilroadtrips zurückversetzt.

Kommen wir zu den "Sportfotos" - hier hatte das Weitwinkel Pause
Neben dem 20mm Weitwinkel hatte ich auch mein 105mm 2.5 A-iS Nikkor eingepackt. Und das war dann auch die perfekte Capitals-Brennweite. Für die Motive im Umlauf und die auf dem Platz. Der Maschendrahtzaun nervt anfangs, aber nach ein paar Minuten nimmt man ihn nicht mehr war. Zu der Kamerathematik muss man vielleicht noch sagen, dass es hier niemanden stört, wenn man sie mitnimmt. So ein Theater und Gezeter wie in Fußballstadien hat man beim Baseball also nicht.







Burger vom Napoleon - Das Drumherum ist einfach nur "sweet"
Ganz wichtig für mich - die gastronomische Grundversorgung! Es gibt neben allerlei Süßkram und Gebäck vor allem Hot Dogs und Burger. Frisch auf dem Napoleon-Gasgrill zubereitet. So wie es sich gehört. Auch hier hatte ich das Gefühl vor einem mit viel Liebe zubereiteten Buffet eines Nachbarschaftsfestes zu stehen. Dagegen kann der lauwarm gereichte Convinience-Driss in Müngersdorf - auf den man satte 27 Minuten warten muss - nicht anstinken.








Zum Abschluss mein Lieblingsfoto
Auf dem weitläufigen Gelände rund um das Bonner Baseball-Stadion war während des Spiels dann auch einiges los. Viele Kinder rannten herum, warfen sich Bälle zu - und die kommen übrigens auch nicht weg. Weder die Bälle noch die Kinder - einfach weil alles umzäunt ist. Das sorgt für entspannte Jungeltern - was wiederum auch mich entspannt. Auf dem Nebenplatz fand derweil ein zweites Spiel statt, bei dem sich dieser junge Mann mit der Rückennummer 26 verausgabt hatte und auf dem Weg zum Auto (vermutlich ein roter Dodge RAM) seine WhatsApp Nachrichten gecheckt hat.

Fazit: Danke Martin! Ich komme wieder, schon bald. Mit meiner Kamera und reichlich Verstärkung.
Kamera: Nikon FA Objektive: Nikkor 105mm 2.5 A-iS, Nikkor 20mm 3.5 A-iS
Film: Kentmere Pan 200
Lab: Foto Brell, Bonn



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